Gründung des Hauses

Abb. Vici's Palace Hotel 1923Tonis Hotel kann auf eine traditionsreiche Geschichte zurückblicken. Schon zu Zeiten der Monarchie war das Haus ein „alter Kasten“, der mit viel Liebe und wenig Geld erfolgreich in die Gegenwart herübergerettet werden konnte.

1814 wurde das Palais als Hommage an die britische Königin Victoria als „Vici’s Palace Hotel“ von dem damals berühmten, heute aber leider etwas in Vergessenheit geratenen Architekten Karolus II. Freiherr von Swoboda errichtet. Innen stilgerecht eingerichtet wurde das Hotel sehr bald ein Magnet für den alt-österreichischen Hochadel, der den glamourösen Rahmen für Verlustierungen aller Art nützte.

Dieses mondäne Flair konnte das Hotel bis zum Niedergang der Monarchie und dem damit verbundenen Verlust der Adelsprivilegien problemlos halten. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor das Haus im Grünen allerdings rapide an Besuchern und Goldfischen sowie das damit verbundene Ansehen. Die Bemühungen der Familie Lippschik, den Eigentümern des Etablissements, das Haus als Party-Location weiterzuführen, waren leider ein Griff in den Gatsch. Das Palace Hotel geriet ein wenig aus der Spur, was sich durch den Spitznamen der anliegenden Bevölkerung belegen lässt, die das Etablissement etwas geringschätzig als „Affenpuff“ bezeichnete. Der durchgehend kirschrote Anstrich der Fassade dürfte das Seine dazu beigetragen haben.

Durch seine etwas abgeschiedene Lage entging das Haus im Zweiten Weltkrieg der Bombardierung durch die Alliierten, obwohl es von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und offiziell als Hustenzuckerlfabrik verwendet wurde. Seine wahre Funktion lässt sich allerdings bis heute nicht eindeutig festlegen. Möglicherweise wurden hier chemische Experimente durchgeführt. Funde von benutzen Gummibären-Packungen, die auf das Jahr 1943 datiert wurden, unterstützen diese Theorie. 1947 starb Karl G. Lippschik-Swoboda, der das Haus nach dem Krieg nicht mehr weiterführen wollte.

Nachkriegszeit

Abb. Anton
Anton "Toni" Aroni

1952 übernahm Ilona Aroni, die Großmutter des späteren  Besitzers Anton „Toni“ Aroni, das Haus. Nach einer kurzen Phase als Tierpension für Tasmanische Beutelteufel und Gefurchte Dickmaulrüssler konzipierte sie um und konzentrierte sich auf exotische Häusler im Wald und Bauern am Land.

Nachdem der Stern dieser Personengruppen aber erfolgreich und zum Wohle aller im Sinken begriffen war, deren Kaufkraft und somit auch deren Anwesenheit im Palace Hotel ausblieb, überschrieb sie den Betrieb ihrem Enkel Anton Aroni. In einem ersten Schritt benannte dieser dann das Haus in „Tonis Hotel“ um, um ihm einen fetzigen, jugendliche-dynamischen Namen zu geben und das Etablissement auf diese Weise kommerziell in neue, ungeahnte Sphären zu pushen.

Toni Aroni war leider nicht vom Glück verfolgt. Als ihm 1993 beim Teekochen das Wasser anbrannte und in der Folge das Hotel schwer zu Schaden kam, musste er das Haus einer Generalrenovierung unterziehen.

 

Impressionen vom großen Brand

Jüngere Geschichte

In den Jahren darauf dümpelte das Hotel vor sich hin, bis Aronis Tochter Sarah das Heft in die Hand nahm. Beseelt von dem Wunsch nach einer Welt, die frei von Chemtrails und Elektrosmog Raum für mehr Liebe und Yoga bietet, startete Sarah, inzwischen verheiratete und auch gleich wieder verwitwet (ihr verblichener Gatte starb jung an einem versehentlich verschluckten Trafo, was Sarahs Abneigung gegen ungesunde Ernährung erklärt) die Umstrukturierung in ein Wellness- und Yoga-Hotel mit dem Ziel der absoluten Verbannung von Elektrosmog und Magnetfeldern aller Art. Heute steht das Haus genauso – sagen wir: „gut“ da wie zuvor. Aber das ist eine andere Geschichte.

Jetzt gibt es fast frische Eierspeis vom Frühstück, einen Hecht und schicke Alu-Hüte. Und diese Anthrazit-, nein, Orgonit-Dinger.